Kurzportrait
Name: Eva Maria Eckerstorfer
Privates: 27 Jahre alt, glücklich in einer Beziehung, noch keine Kinder, wohnt in Haslach an der Mühl
Beruf: Hebamme
Abteilung: Geburtshilfestation, Kreißzimmer, Geburten-Ambulanz
Klinikum: Rohrbach
In der OÖG/Im Klinikum seit: 1. August 2022
Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?
Mein Arbeitsalltag ist sehr facettenreich – kein Dienst gleicht dem anderen.
In der Ambulanz:
Dort sehe ich die Frauen meist zum ersten Mal rund um die 37./38. Schwangerschaftswoche. Dieses Erstgespräch dient vor allem dem Kennenlernen und der Aufklärung – außerdem nehmen wir Blut ab, um aktuelle Befunde zu erheben.
Rund um den Geburtstermin kommen die Frauen dann wieder zu uns, besonders wenn der Termin überschritten wird. In dieser Zeit führen wir engmaschige Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass es Mutter und Kind weiterhin gut geht.
Im Kreißzimmer:
Hier betreue ich die Frauen während der Wehen und der gesamten Geburt. Ich unterstütze mit Atemtechniken, gebe Massagen, helfe bei der richtigen Lagerung, bereite auf Wunsch ein Entspannungsbad vor und versuche immer, eine angenehme, ruhige Atmosphäre zu schaffen. Auch der Partner wird selbstverständlich miteinbezogen.
Während der Geburt leite ich die Frau an, begleite die Kindesentwicklung, kümmere mich um das Abnabeln sowie um die Blutabnahme aus der Nabelschnur. Danach leite ich die Plazentageburt.
Nach der Geburt wird die Frau frisch gemacht und es kommt häufig schon zum ersten Stillen – dabei gebe ich gerne erste Hilfestellungen. Anschließend wird das Kind gewogen, gemessen und von mir hebammenspezifisch erstuntersucht. Wenn der Kreislauf stabil ist, begleite ich die Frau zur Dusche, kontrolliere danach noch einmal die Rückbildung der Gebärmutter, und schließlich bringe ich Mutter und Kind gemeinsam auf die Station.
Im OP:
Auch bei Kaiserschnitten sind wir Hebammen eng eingebunden. Wir sind im OP dabei, nehmen das Baby steril entgegen, sobald es abgenabelt wurde und versorgen es auf der Reanimationseinheit. Der Anästhesist / die Anästhesistin hört Herz und Lunge des Kindes ab, oft ist auch der Vater direkt anwesend. Danach wird das Baby warm eingewickelt und zur Mutter gebracht – für das sogenannte Sectio-Bonding. Dieser Haut-auf-Haut-Kontakt ist unglaublich wertvoll: Er stärkt die Bindung und unterstützt das erste Stillen.
Auf der Wochenbettstation:
Dort geht die Begleitung weiter – sowohl für Mutter als auch für Kind. Bei den Babys gehören Gewichtskontrollen, Temperaturmessungen und die Bestimmung des Gelbsuchtwertes zu unseren Aufgaben. Wir kontrollieren die Ausscheidungen, führen den Hörtest und den PKU-Test durch, begleiten die Eltern beim ersten Babybaden und organisiere den Hüftultraschall. Bei den Müttern kontrollieren wir regelmäßig die Vitalzeichen und die Rückbildung. Wir zeigen verschiedene Stillpositionen und helfen beim richtigen Anlegen.
Eltern werden auf die Zeit für zuhause gut vorbereitet, lernen die Bedürfnisse ihres Kindes kennen und werden so zum Profi für ihr eigenes Kind.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit am meisten?
Es sind die besonderen Momente, die meinen Beruf so einzigartig machen. Der erste Blickkontakt zwischen den Eltern und ihrem Neugeborenen – diese Emotionen direkt nach der Geburt – berühren mich jedes Mal. Es ist für mich eine Ehre, in einem so intimen Moment, wie es die Geburt ist, dabei zu sein.
Besonders schön finde ich auch das intuitive Stillen: Wenn ein Baby kurz nach der Geburt ganz von selbst die Brust findet, korrekt andockt und kräftig zu saugen beginnt, ist das ein unglaublich beeindruckender Augenblick.
Außerdem erlebe ich jeden Tag, wie sehr man mit wenigen Maßnahmen und hilfreichen Tipps und Tricks helfen und unterstützen kann. Eltern bringen uns oft sehr viel Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen.
Gibt es ein Motto, das Sie durchs Leben begleitet?
In der Ruhe liegt die Kraft.
Welche Botschaft möchten Sie der Bevölkerung mitgeben?
Eine gesunde Lebensweise wie moderate Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft spielen eine große Rolle. Eine positive Einstellung und positive Gedanken unterstützen einen guten Geburtsverlauf auf alle Fälle.
In der Geburtsleitung ist es wichtig, die natürliche Physiologie zu unterstützen. Der Körper braucht oft einfach Zeit – und diese Zeit sollten wir ihm geben, ohne voreilige Maßnahmen zu setzen.
Was verbindet Sie mit dem Klinikum Rohrbach?
Ich fühle mich mit dem Klinikum Rohrbach sehr verbunden. Einerseits, weil ich hier die Krankenpflegeausbildung an der GuKPS Rohrbach abgeschlossen habe. In dieser Zeit war ich auf fast jeder Station im Praktikum und konnte so die verschiedenen Fachbereiche kennenlernen.
Zudem liegt im Klinikum ein sehr familiäres Klima vor. Die Zusammenarbeit mit den ÄrztInnen auf der Geburtshilfe ist etwas Besonderes und sehr wertschätzend, finde ich. Eine Hand reicht die andere. Kommunikation auf Augenhöhe.
Was sind Ihre Hobbys und wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Musik! Ich spiele Trompete und Flügelhorn und musiziere im Musikverein Haslach. Das Musizieren im Orchester mit 80 MusikerInnen ist richtig schön. Nur durch jeden Einzelnen entsteht ein so schöner Gesamtklang. Immer wieder habe ich selbst Gänsehautfeeling bei schönen Melodien. Dies spüren auch die Zuhörer und Musikerkolleginnen und -kollegen; Musik verzaubert, bewegt und berührt.
Zusätzlich singen meine Schwester Claudia und ich gerne bei Hochzeiten und Taufen. Wir begleiten uns dabei mit Klavier (spielt Claudia) und Gitarre (spiele ich). Beim Singen kann ich richtig abschalten und bekomme meinen Kopf frei. Dies ist ein toller Ausgleich zum beruflichen Alltag.
Mit meinem Freund liebe ich es zu wandern und zu wellnessen. Aktuell genießen wir solche Momente besonders, da wir viel auf unserer Baustelle (Hausumbau) arbeiten.