Nach sieben intensiven und richtungsweisenden Jahren verabschiedet sich Mag. Dr. Franz Harnoncourt aus seiner Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG) sowie als Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums (KUK). Als erfahrener Gesundheitsmanager stellte er die neu gegründete OÖG gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen auf eine solide Basis und gestaltete in Folge den Übergang in die nächste Entwicklungsstufe der OÖG ganz bewusst und aktiv. Sein Wirken prägt den Konzern strategisch, kulturell und organisatorisch weit über seine Amtszeit hinaus.
Seit seinem Dienstantritt am 1. Juni 2019 als Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖG führte Mag. Dr. Franz Harnoncourt Oberösterreichs größten Gesundheitskonzern mit großer fachlicher Kompetenz und Menschlichkeit. Mit seinem Eintritt übernahm Harnoncourt die Verantwortung in einer Phase grundlegender struktureller Veränderungen. Denn bereits wenige Monate später folgte die vollständige Übernahme der KUK-Anteile der Stadt Linz durch die OÖG. Diese Weichenstellung stärkte die strategische Ausrichtung des Konzerns nachhaltig.
Starke Führung in herausfordernden Zeiten
Ab Anfang 2020 forderte die COVID‑19-Pandemie das Gesundheitssystem in nie dagewesenem Ausmaß. Harnoncourt übernahm die zentrale Rolle in der von ihm einberufenen und neu geschaffenen, trägerübergreifenden Corona-Taskforce, die wesentlich zur erfolgreichen Bewältigung der Pandemie in Oberösterreich beitrug.
Führung unter Bedingungen latenter Krisensituation
Führung in einem großen Krankenhausverbund bedeutet, Verantwortung gegenüber PatientInnen, MitarbeiterInnen und Bevölkerung zu übernehmen, und dies unter dauerhaft schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheits- und Spitalswesen. Unter Harnoncourts Leitung standen die Stabilisierung von Strukturen und deren Weiterentwicklung insbesondere im Digitalbereich, der Schutz der MitarbeiterInnen, die Gewährleistung von Sprach‑ und Handlungsfähigkeit im Ernstfall sowie die Sicherung einer verlässlichen öffentlichen Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. Die Zahl der MitarbeiterInnen stieg unter seiner Führung von knapp 13.900 auf über 17.000 an.
Auch öffentliche Diskussionen und medial beachtete Krisen und Geschehnisse - vor allem während der vergangenen Monate - haben die Zeit geprägt, in der Harnoncourt sich den Themen stellte und Verantwortung übernahm.
Als Vorsitzender der Geschäftsführung fokussierte er stets langfristige Trends und Herausforderungen, wie die demografische Entwicklung, den Fachkräftemangel, die Digitalisierung, eine steigende Anspruchshaltung seitens der Öffentlichkeit bei zunehmender Emotionalisierung im gesellschaftlichen Diskurs. Sein Wirken unterstreicht die enorme Bedeutung einer stabilen, verlässlichen öffentlichen Gesundheitsversorgung für Oberösterreich und seine Menschen.
Meilenstein: Harmonisierung des Dienstrechts
Ein wesentlicher Meilenstein seiner Amtszeit war die Dienstrechtsangleichung zwischen KUK und OÖG, die im April 2024 finalisiert wurde und für mittlerweile knapp über 17.000 MitarbeiterInnen in den OÖG-Spitälern deutliche Verbesserungen brachte. Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen zwischen Dienstgeber- und Dienstnehmervertretungen konnten zentrale Anpassungen der Arbeitszeitregelungen, ein neuer, verbesserter Zeitbonus sowie erstmals Standby-Dienste zur weiteren Stärkung der Dienstplansicherheit beschlossen werden – insbesondere zum Vorteil für die Pflege.
„Mag. Dr. Franz Harnoncourt hat die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich in einer äußerst dynamischen Phase mit hoher Professionalität, Weitblick und Menschlichkeit geführt. Unter seiner Verantwortung wurden zentrale Weichen für die Zukunft gestellt – von der strukturellen Weiterentwicklung der OÖG über die erfolgreiche Bewältigung der Corona-Pandemie bis hin zur Harmonisierung des Dienstrechts. Ich danke ihm im Namen des Landes Oberösterreich für seinen herausragenden Einsatz und seinen Beitrag zur guten Versorgungsqualität für die PatientInnen in unserem Bundesland“, sagt Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.
Verbinden und Weiterentwickeln
Verantwortungsbewusstsein, fachliche Tiefe, Weitblick und Menschlichkeit kennzeichneten die Führung von Harnoncourt. Er förderte agile Arbeitsweisen und setzte entscheidende Schritte in der Digitalisierung der Kliniken und der Konzernstrukturen, wie zum Beispiel die Harmonisierung der hochkomplexen IT-Struktur am KUK. Besonders prägend war sein Einsatz für eine offene, wertschätzende Führungs- und Unternehmenskultur, die heute im Konzern klar und spürbar verankert ist.
Mag. Dr. Franz Harnoncourt entwickelte die OÖG gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen Schritt für Schritt zum integrierten Spitalskonzern mit erweiterter Versorgungskette. Parallel dazu gelang die Weiterentwicklung des KUK zum spitzenmedizinischen Universitätsklinikum, in dem Lehre, Forschung und PatientInnen-Versorgung Hand in Hand gehen. Gerade diese Verbindung war ihm immer eine besondere Herzensangelegenheit.
„Unsere gemeinsame Zeit in der Geschäftsführung war geprägt von großen Veränderungsprozessen, anspruchsvollen Rahmenbedingungen und wichtigen strategischen Entscheidungen. In dieser Zeit war Franz Harnoncourt ein verlässlicher Partner, der komplexe Aufgaben mit Klarheit, Ausdauer und einem starken Fokus auf das gemeinsame Ziel anging. Besonders schätzen wir seine ruhige, lösungsorientierte Art und seinen respektvollen Umgang auf allen Ebenen. Wir danken ihm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und seinen unermüdlichen Einsatz zur Weiterentwicklung der OÖG. Für seinen weiteren Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute und viel Gesundheit“, würdigen ihn seine Kollegen der Geschäftsführung, Mag. Karl Lehner, MBA und Dr. Harald Schöffl.
Grundstein zur Weiterentwicklung gelegt
Mit dem Start der neuen Konzernstrategie legte Harnoncourt den Grundstein für die kommende Entwicklungsperiode der OÖG. Zentrale Leitlinien sind dabei eine ethisch fundierte Medizin, abgestufte und vernetzte Versorgung, digitale Transformation, Arbeitgeberattraktivität, kulturelle Diversität und nachhaltige Versorgungssicherheit.
In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding und als Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums war er stets Garant für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Regionalkliniken und Universitätsklinikum, Förderer des Zusammenwachsens und der Kooperationen zwischen den Kliniken.
Dem Aufsichtsrat der OÖG und dem der KUK stand er somit immer mit einem Blick auf das große Ganze zur Verfügung.
„Es war eine Zeit großer Herausforderungen & Chancen – es war eine schöne Zeit“
„Die vergangenen sieben Jahre waren für die OÖG und das Kepler Universitätsklinikum eine Zeit großer Herausforderungen, aber auch großer Chancen. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es gelungen, die Versorgung in Oberösterreich weiter zu stärken, wichtige Strukturreformen umzusetzen und die OÖ Gesundheitsholding als modernen Gesundheitskonzern mit hoher medizinischer Qualität und einer gelebten wertschätzenden Unternehmenskultur weiterzuentwickeln. In sehr guter und von Vertrauen geprägter Zusammenarbeit mit den Mitarbeitervertretungen der OÖG und der KUK sind uns gemeinsam viele Schritte im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen. Natürlich haben auch große öffentlichkeitswirksame Krisen und Themen, die vergangenen Jahre mitgeprägt, die unser Unternehmen vor allem aber unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gefordert haben. Für das gemeinsame Vertrauen, den außergewöhnlichen Einsatz und die Loyalität auch in schwierigen Zeiten bedanke ich mich bei meinen beiden Kollegen in der Geschäftsführung, den Führungskräften in der Unternehmensleitung, den Kliniken und unseren Konzern- und Tochtergesellschaften, sowie insbesondere bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich“, meint Mag. Dr. Franz Harnoncourt rückblickend.
Wesentliche Meilensteine der OÖG in der Ära von Mag. Dr. Franz Harnoncourt:
- Übernahme der Anteile der Stadt Linz am Kepler Universitätsklinikum als 100-Prozent-Konzerntochter der OÖG (2020)
- Übernahme und Integration der IT und der IKT am KUK zu einer Struktur
- Gründung und strategische Positionierung der MIT als interner IT-Dienstleister
- Gründung des Universitäten Herz-Zentrums OÖ (2020)
- Zusammenführung der Kliniken in Steyr und Kirchdorf zum Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum (2020)
- Gründung der trägerübergreifenden Corona-Taskforce (2020)
- Beschluss Neubau des Kinderzentrums am Kepler Universitätsklinikums (2021)
- Inbetriebnahme der neu errichteten Ambulanz und Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck (2021)
- Eröffnung des Campus der Medizinischen Fakultät der JKU am Kepler Uniklinikum (2021)
- Eröffnung der dislozierten Tagesklinik für Augenheilkunde am Klinikum Schärding (2022)
- Spatenstich Psychiatrisches Versorgungszentrum am KUK (2022)
- Gründung und Übernahme Medizinisches Simulations- und Trainingszentrum OÖ GmbH (2023)
- Spatenstich Erweiterungsprojekt Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr (2023)
- Beteiligung an der St. Barbara Hospiz GmbH (2024)
- Harmonisierung Dienstrecht OÖG und KUK (2024)
- Spatenstich Zubau Klinikum Freistadt (2025)
- Abschluss der Generalsanierung der Bauten A+B am Med Campus der KUK
- Beteiligung am SVS-Gesundheitszentrum und der MRT-Gmunden GmbH (2025)
Mit dem Ausscheiden von Mag. Dr. Franz Harnoncourt blickt die OÖ Gesundheitsholding auf eine Phase prägender und konsequenter strategischer Weiterentwicklung zurück. Die von ihm gesetzten strukturellen, organisatorischen und kulturellen Impulse bilden eine tragfähige Grundlage für die kommenden Jahre. Die OÖG dankt ihm für seine verantwortungsvolle Führung, seinen fachlichen Anspruch und seinen nachhaltigen Beitrag zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich.