Der Aufsichtsrat der Oberösterreichischen Gesundheitsholding hat in seiner heutigen Sitzung dem zwischen Land Oberösterreich und der Steiermark ausverhandelten Vertrag zur Sicherung der grenzüberschreitenden Spitalsversorgung zugestimmt. Damit tritt die bereits von Landeshauptmann-Stv.in Mag.a Christine Haberlander angekündigte Kooperationsvereinbarung – vorbehaltlich der Zustimmung der Gesundheitsplattform Steiermark - mit 1. April in Kraft.
Die Vereinbarung sieht vor, dass PatientInnen aus dem Bezirk Liezen, insbesondere aus dem Ausseerland, bei medizinischer Notwendigkeit Leistungen im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl in Anspruch nehmen können. Die Vereinbarung regelt detailliert, welche Leistungen erbracht und wie diese finanziell abgegolten werden. Die Steiermark beteiligt sich an den entstehenden Kosten und stellt auch Mittel für zusätzlich notwendiges Personal zur Verfügung.
Vereinbarung gibt Planungssicherheit für die MitarbeiterInnen
Der Vereinbarung sind ausführliche Vorbereitungsgespräche sowie eine Evaluierung vorangegangen, in der sowohl die Zahl der zu erwartenden PatientInnen als auch die Kapazitäten hinsichtlich Ressourcen und Personal genau erhoben wurden. Operative Strukturen wurden geprüft und gezielt gestärkt. Aufgrund der zusätzlichen Budgets und der positiven Entwicklung im Personalbereich konnten die OP-Kapazitäten im Vergleich zum Vorjahr schon jetzt gesteigert werden. Somit wird sichergestellt, dass einerseits die Steirischen PatientInnen gut mitversorgt werden können, andererseits den PatientInnen aus Oberösterreich kein Nachteil entsteht, etwa durch verlängerte Wartezeiten.
Alle zusätzlich benötigten Stellen werden laufend besetzt.
Weiters wurde vereinbart, dass in den ersten sechs Monaten nach Start der Kooperation monatlich Gespräche zum Monitoring stattfinden, danach zweimal jährlich, um falls notwendig über Anpassungen zu beraten.
Die Führungskräfte am Standort Bad Ischl – sämtliche Primarärztinnen und Primarärzte, Stationsleitungen, leitende medizinisch-technische Berufe sowie der Verwaltung - waren über die Verhandlungen und ihre Vorbereitung laufend informiert und eingebunden. Über die Ziele, Inhalte und vor allem auch Auswirkungen der geplanten Kooperation wurde insbesondere bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit Vertretern der KAGES ausführlich informiert.
„Für unser Team am Salzkammergut Klinikum Bad Ischl steht die bestmögliche Versorgung aller Menschen unserer Region an erster Stelle – unabhängig von Landesgrenzen. Wir versorgen schon seit vielen Jahren steirische Patientinnen und Patienten. Die nun zusätzlich zu erwartenden rund 300 Patientinnen und Patienten sind für uns gut planbar. Für den Standort Bad Ischl ist die jetzt vereinbarte Lösung ein guter, stabiler Weg. Sie stärkt die regionale Versorgung und gibt unseren Teams Klarheit.“, zeigt sich der Ärztliche Direktor Dr. Tilman Königswieser im Namen der Kollegialen Führung des Salzkammergut Klinikums durchaus zufrieden mit dem Ergebnis.
„Wir sehen die Kooperation durchaus als vorteilhaft und Chance für unseren Standort und auch für unsere Kolleginnen und Kollegen. Mit der Vereinbarung liegt eine faire, tragfähige und für alle Seiten gute Lösung vor. Gemeinsam mit der Klinikleitung beobachten wir die Entwicklung auch nach dem Start, um unseren Kolleginnen und Kollegen einen verlässlichen und gut organisierten Rahmen zu bieten“, fasst Betriebsrat des Klinikums, Ernest Höfle, die Kooperation zusammen.
„Für uns steht im Mittelpunkt, dass sowohl die oberösterreichische Bevölkerung als auch die Menschen aus dem Bezirk Liezen medizinisch sicher versorgt sind – und das unter fairen, gut abgestimmten Bedingungen. Dafür wurden die Rahmenbedingungen im Vorfeld umfangreich evaluiert, operative und personelle Strukturen geprüft und gezielt gestärkt. Die nun getroffene Vereinbarung soll dies weiterhin garantieren, ohne unsere MitarbeiterInnen zu überlasten. Wir freuen uns, dass wir durch den heutigen Beschluss im Aufsichtsrat der OÖ Gesundheitsholding, wie geplant in die Umsetzung gehen können. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen im Klinikum für die konstruktive Zusammenarbeit in der Vorbereitung. Das Einbringen der jeweiligen fachlichen Expertise hat wesentlich zum Gelingen der Kooperation beigetragen“, sind sich die Geschäftsführer der Oberösterreichischen Gesundheitsholding Mag. Karl Lehner und Dr. Harald Schöffl einig.