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Zu viel Stress und Bildschirmzeit, zu wenig Bewegung und Schlaf: Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen

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Salzkammergut Klinikum / 29.05.2026  
Kind sitzt vor Laptop und hält sich den Kopf
Zu viel Bildschirmzeit und Stress verursachen bei Kindern häufig Kopfschmerzen
Portrait Prim. Petritsch
Prim. Dr. Stefan Petritsch, MSc., Standortleitung Physikalische Medizin und Rehabilitation, Salzkammergut Klinikum
Portrait Dr.in Humer-Golmayer
OÄ. Dr.in Klara Humer-Golmayer, Standortleiterin Kinder- und Jugendpsychosomatik, Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindes- und Jugendalter. Obwohl sie meist harmlos sind, nehmen Häufigkeit und Intensität in den letzten Jahren deutlich zu. ÄrztInnen sowie TherapeutInnen beobachten häufig, dass Stress, Schlafmangel und zunehmende Bildschirmzeiten eine zentrale Rolle spielen.

Rund jedes zweite Kind erlebt bis zum 12. Lebensjahr wiederkehrende Kopfschmerzen. Besonders häufig treten Spannungskopfschmerzen und Migräne auf. Während Spannungskopfschmerzen oft durch muskuläre Verspannungen, Stress oder Überlastung ausgelöst werden, zeigt sich Migräne bei Kindern häufig durch beidseitige Schmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder sogar Bauchschmerzen. „Kinder können Schmerzen oft nicht präzise beschreiben. Daher ist es wichtig, auf Verhaltensänderungen zu achten, etwa Rückzug, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme“, betont OÄ. Dr.in Klara Humer-Golmayer, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychosomatik am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck.

Häufige Auslöser im Alltag

Medizinische Fachleute nennen mehrere Faktoren, die Kopfschmerzen bei Kindern begünstigen. Zu den häufigsten gehören unter anderem übermäßige Bildschirmzeit und ungünstige Körperhaltung. Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen in Österreich sitzen täglich drei Stunden oder mehr vor dem Bildschirm. Besonders intensiv nutzen die 12- bis 18-Jährigen Bildschirme, wie Handys, Fernseher oder Spielekonsolen.

Prim. Dr. Stefan Petritsch, Leiter der Physikalischen Medizin am Salzkammergut Klinikum kennt die Auswirkungen von zu langer Bildschirmzeit: „Ich sehe immer häufiger junge Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden direkt mit intensiver Smartphonenutzung zusammenhängen. Die Kopfhaltung beim Tippen oder Scrollen erhöht die Belastung auf die Halswirbelsäule und die Nackenmuskulatur enorm – teilweise so, als würde ein zusätzliches Gewicht am Nacken ziehen.“ Diese dauerhafte Spannung führt bei vielen Kindern zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Verspannungen, auch bekannt als „Text-Neck-Syndrome“.

Auch Schlafmangel, unregelmäßige Schlafrhythmen, Stress in der Schule oder in der Familie können Kopfschmerzen auslösen. „Der Körper spricht, wenn Worte fehlen“, verweist Dr. Klara Humer-Golmayer auf häufige Stress- und Angstfaktoren im Hintergrund, wie hohe Ansprüche der Kinder an die eigenen Schulleistungen selbst oder Leistungsdruck von Angehörigen an sie.

Zu den Hauptursachen für häufige Kopfschmerzen gehören oft aber auch Flüssigkeitsmangel, das Auslassen von Mahlzeiten oder Wetterumschwünge sowie Reizüberflutung. „Viele der genannten Gründe lassen sich relativ einfach im Alltag reduzieren und das Problem damit beheben. Bei bestimmten Warnzeichen sollten Eltern mit ihren Kindern aber ärztlichen Rat einholen“, sagt OÄ. Humer-Golmayer. 

Prim. Dr. Petritsch rät zunächst zu mehr Bewegung und bewussten Pausen vom Bildschirm, und weiterführend zu gezielter Physiotherapie, damit sich Probleme mit der Körperhaltung und deren Auswirkungen in den Griff bekommen lassen. Insbesondere die Freizeitgestaltung sollte ohne Smartphone erfolgen, allen voran durch Bewegung und Spielen draußen. 

Wann Eltern ärztlichen Rat suchen sollten 

In den meisten Fällen sind Kopfschmerzen bei Kindern gut behandelbar. Bei den folgenden Warnsignalen sollte aber zeitnah eine medizinische Abklärung erfolgen: 

  • Plötzlich auftretende, sehr starke Kopfschmerzen
  • Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
  • Begleitende Symptome wie Fieber, Nackensteifigkeit, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen
  • Häufige oder zunehmende Schmerzepisoden
  • Schmerzen, die den Schlaf unterbrechen

Tipps gegen Kopfschmerzen

  • Ausreichend Schlaf und regelmäßige Tagesstruktur
  • Tägliche Bewegung an der frischen Luft
  • Begrenzte Bildschirmzeit und ergonomische Sitzhaltung
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Entspannungstechniken wie Atemübungen oder kindgerechtes Yoga
  • Stressreduktion im Schulalltag

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