SCHÄRDING. Endlich Urlaub – doch statt Entspannung erleben viele Menschen eine unangenehme Begleiterscheinung: Die Verdauung gerät aus dem Takt. Dass der Darm auf Reisen nicht wie gewohnt funktioniert, ist ein weit verbreitetes Phänomen. ExpertInnen des Klinikums Schärding erklären, warum es dazu kommt und was Betroffenen hilft.
Viele UrlauberInnen kennen das Problem: Kaum ist man verreist, funktioniert die Verdauung nicht mehr wie gewohnt. Dahinter steckt meist keine Erkrankung, sondern eine Reaktion des Körpers auf veränderte Lebensgewohnheiten. „Der Darm reagiert sehr sensibel auf Veränderungen im Alltag. Schon kleine Abweichungen bei Essenszeiten, Schlafrhythmus oder Bewegung können dazu führen, dass die Verdauung vorübergehend träge wird“, erklärt Prim. Dr. Thomas Bamberger, Leiter der Inneren Medizin am Klinikum Schärding.
Unser Darm mag Routine
Neben der veränderten Tagesstruktur spielen auch andere Faktoren eine Rolle: Ungewohnte Speisen, weniger Ballaststoffe, zu geringe Flüssigkeitszufuhr sowie Reisebelastungen – etwa durch lange Autofahrten, Flüge oder Jetlag – beeinflussen die Darmtätigkeit. Auch wer den Gang zur Toilette bewusst hinausschiebt, etwa weil die Umgebung ungewohnt ist und man kein WC findet, kann die Verdauung zusätzlich bremsen.
„In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose, vorübergehende Funktionsstörung. Wichtig ist, den Körper zu unterstützen und auf Warnsignale zu achten, wenn Beschwerden länger anhalten oder Schmerzen auftreten“, so Prim. Bamberger.
Mit einfachen Maßnahmen gegensteuern
Wer im Urlaub von Darmträgheit betroffen ist, kann selbst einiges tun, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen. Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Darmtätigkeit und sollte auch auf Reisen bewusst berücksichtigt werden. Ballaststoffe sind in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten sowie in Nüssen, Samen, Körnern und Hülsenfrüchten. „Entscheidend ist jedoch, dass Ballaststoffe immer mit ausreichend Flüssigkeit kombiniert werden, da sie sonst ihre Wirkung nicht optimal entfalten können“, rät Romana Hansbauer, BSc, Diätologin am Klinikum Schärding.
Gerade bei sommerlichen Temperaturen wird der Flüssigkeitsbedarf häufig unterschätzt. Dieser steigt zusätzlich bei körperlicher Aktivität, Fieber, Durchfall oder Erbrechen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Geeignet sind vor allem Wasser, Mineralwasser sowie ungesüßte Getränke wie Tee oder Kaffee.
„Viele unterschätzen, wie stark sich schon kleine Veränderungen auf die Verdauung auswirken. Gerade im Urlaub lohnt es sich, bewusst auf ausreichend Flüssigkeit, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung zu achten“, betont Romana Hansbauer. „Schon einfache Maßnahmen wie ein Glas Wasser am Morgen, regelmäßige Bewegung und der rechtzeitige Toilettengang können dazu beitragen, die Darmtätigkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.“
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
In den meisten Fällen normalisiert sich die Verdauung nach einigen Tagen von selbst. Treten jedoch zusätzliche Beschwerden auf, sollte das abgeklärt werden: „Wenn die Beschwerden über mehrere Tage anhalten, Schmerzen auftreten oder zusätzliche Symptome wie Fieber oder Blut im Stuhl dazukommen, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. In solchen Fällen gilt es, mögliche organische Ursachen auszuschließen“, erklärt Prim. Dr. Bamberger vom Klinikum Schärding.
Bildtexte:
Bildtext 1: Romana Hansbauer, BSc, Diätologin am Klinikum Schärding
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Bildtext 2: Prim. Dr. Thomas Bamberger, Leiter der Abteilung Innere Medizin am Klinikum Schärding
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Bildtext 3: Viele Menschen leiden im Urlaub vorübergehend an Darmträgheit. Grund dafür sind vor allem veränderte Routinen, ungewohnte Ernährung, zu wenig Flüssigkeit und Bewegungsmangel.
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Romana Hansbauer, BSc, Diätologin am Klinikum Schärding
Prim. Dr. Thomas Bamberger, Leiter der Abteilung Innere Medizin am Klinikum Schärding
Viele Menschen leiden im Urlaub vorübergehend an Darmträgheit. Grund dafür sind vor allem veränderte Routinen, ungewohnte Ernährung, zu wenig Flüssigkeit und Bewegungsmangel.