STEYR. Wie wichtig frühzeitige Diagnostik für die Gesundheit von Neugeborenen ist, zeigte sich kürzlich am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Eine internationale Delegation aus Australien nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort über innovative Ansätze zur Früherkennung angeborener Virusinfektionen auszutauschen. Im Zentrum stand dabei ein vielversprechendes Screeningprogramm, das am Standort Steyr entwickelt und nun umgesetzt wird. Das umfangreiche Programm konzentriert sich dabei auf die Untersuchung von Neugeborenen auf das Cytomegalievirus (CMV) mittels Speichelprobe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum internationalen, wissenschaftlichen Diskurs.
Das Cytomegalievirus (CMV) ist weltweit verbreitet und verläuft bei gesunden Menschen meist unauffällig. Wird das Virus jedoch während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen, kann es in einzelnen Fällen gesundheitliche Probleme verursachen. Dazu zählen vor allem Hörstörungen, aber auch Entwicklungsverzögerungen sowie seltener Seh- oder neurologische Beeinträchtigungen.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass viele dieser Folgen erst im Laufe der ersten Lebensjahre sichtbar werden und damit häufig erst dann erkannt werden, wenn wertvolle Zeit bereits verstrichen ist. Zudem gibt es derzeit keine verfügbare Schutzimpfung gegen CMV. An verschiedenen Impfstoffen wird intensiv geforscht.
Früherkennung als Schlüssel zur bestmöglichen Versorgung
Während CMV-Screenings international noch überwiegend in Studien oder eingeschränkten Programmen stattfinden, geht das Pyhrn‑Eisenwurzen Klinikum Steyr einen Schritt weiter und setzt auf einen strukturierten, standardisierten Ablauf in der klinischen Praxis, wissenschaftlich begleitet. Neugeborene werden unmittelbar nach der Geburt mittels Speichelprobe auf eine mögliche CMV-Infektion untersucht. Dieses Verfahren ermöglicht eine rasche und unkomplizierte Abklärung. Fällt ein Testergebnis auffällig aus, wird es durch eine zusätzliche Urinuntersuchung abgesichert. Die Ergebnisse des umfangreichen Screenings in Steyr sind ein wichtiger Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs, in welchem Ausmaß ein früherer Nachweis von Erkrankungen gelingen kann und damit ein konkreter Mehrwert für die betroffenen Kinder erzielt werden kann.
Auf diese Weise entsteht ein verlässlicher diagnostischer Prozess, der es ermöglicht, betroffene Kinder frühzeitig zu identifizieren. Dadurch können notwendige medizinische Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet und mögliche Spätfolgen besser begleitet werden.
„Gerade weil die Auswirkungen oft erst verzögert auftreten, ist eine möglichst frühe Diagnose entscheidend. Sie gibt uns die Chance, Kinder und Familien von Anfang an gezielt zu begleiten“, erklärt Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA.
Die wissenschaftliche Begleitung des Programms liefert wertvolle Erkenntnisse zur Früherkennung von CMV-Infektionen. Die in Steyr gewonnenen Daten tragen dazu bei, medizinischen Nutzen und praktische Umsetzbarkeit weiter zu untersuchen und schaffen eine fundierte Grundlage für zukünftige fachliche Entwicklungen auf diesem Gebiet.
Labormedizin als verbindendes Element
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Labormedizin als verbindendes Element zwischen Forschung, klinischer Praxis und den verschiedenen Fachbereichen. Unter der Leitung von Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA wurde am Standort Steyr ein CMV-Screening im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie etabliert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden bereits mehrfach in renommierten wissenschaftlichen Fachjournalen veröffentlicht und stoßen auch international auf großes Interesse. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zählt Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA zu den prägenden Persönlichkeiten in diesem Bereich und treibt innovative Ansätze in der Diagnostik entscheidend voran.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Fundament
Nahtlos ergänzt wird dabei das Projekt durch die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde unter Prim. Dr. Oliver Wagner, die die medizinische Betreuung der Neugeborenen übernimmt, sowie durch das Institut für Pathologie unter Prim. Dr. Yarub Salaheddin, das für die Analyse und verlässliche Absicherung der Befunde verantwortlich ist.
Ebenso zentral ist die Rolle der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Prim. Dr. Lukas Angleitner-Boubenizek, die die entscheidende Schnittstelle zwischen Schwangerschaft, Geburt und weiterführender Diagnostik bildet. Darüber hinaus bringen sich insbesondere im Hinblick auf mögliche Krankheitsverläufe Prim.a Dr.in Ulla Folger-Buchegger aus der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie zahlreiche weitere ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums Steyr in die Studie ein und erweitern damit die fachliche Perspektive wesentlich.
So entsteht ein eng abgestimmtes Netzwerk, das eine lückenlose Betreuung ermöglicht und eindrucksvoll zeigt, wie heute moderne Medizin interdisziplinär, effizient und auf höchstem fachlichem Niveau funktioniert.
Internationaler Austausch als Motor für Innovation
Die am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr erhobenen Daten werden laufend gemeinsam mit internationalen Forschungsergebnissen evaluiert. Der wissenschaftliche Austausch führte auch zum kürzlichen Besuch australischer KollegInnen am Standort Steyr. „Der internationale Austausch ist für uns von großer Bedeutung. Gerade bei einem globalen Thema wie der CMV-Infektion hilft uns der Blick auf andere Gesundheitssysteme, unsere eigenen Programme kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, durch frühzeitige Diagnostik die bestmögliche Grundlage für die Versorgung der betroffenen Kinder zu schaffen“, betont Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA.
Wissen vernetzen und Zukunft gestalten
Der Besuch der australischen Delegation unterstreicht die Bedeutung eines offenen wissenschaftlichen Dialogs über Ländergrenzen hinweg. Der Austausch von Erfahrungen, Daten und Perspektiven schafft wertvolle Impulse für Forschung, Diagnostik und Versorgung und trägt dazu bei, medizinische Fragestellungen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Das Treffen in Steyr zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert internationale Vernetzung für den kontinuierlichen Erkenntnisgewinn in der Medizin hat und wie aus gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit neue Perspektiven für die Gesundheitsversorgung von morgen entstehen können.
Bildtext
Bildtext 1: Spannender fachlicher Austausch am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr mit einer Delegation aus Australien zum Thema CMV-Screening bei Neugeborenen.
Bildtext 2: Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA.
Fotocredit: OÖG, honorarfrei
Kurzfassung
Das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr hat ein innovatives Screening-Programm zur Früherkennung angeborener Cytomegalievirus-(CMV)-Infektionen bei Neugeborenen entwickelt. Ziel ist es, Infektionen mittels Speichelprobe frühzeitig zu erkennen und medizinisch zu versorgen. Während CMV-Screenings international meist auf Studien oder einzelne Programme beschränkt sind, setzt das Klinikum auf einen wissenschaftlich begleiteten und standardisierten Ablauf in der klinischen Praxis. Neugeborene werden unmittelbar nach der Geburt mittels Speichelprobe untersucht, auffällige Befunde durch eine Urinuntersuchung bestätigt. CMV ist weltweit verbreitet und meist symptomlos, kann bei einer Übertragung während der Schwangerschaft jedoch unter anderem zu Hörstörungen oder Entwicklungsverzögerungen führen, die oft erst später erkennbar werden.
Die in Steyr erhobenen Daten werden laufend mit internationalen Forschungsergebnissen verglichen. Dieser wissenschaftliche Austausch führte kürzlich auch zum Besuch australischer KollegInnen. Der kontinuierliche Dialog mit internationalen Partnern unterstützt die Weiterentwicklung des Screening-Programms und die globale Forschung zur CMV-Diagnostik.
Rückfragen bitte an:
Martin Kleindl
PR & Kommunikation, Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr Kirchdorf
Tel.: 05 055467-22250
Mobil.: 0664/5168433
E-Mail: martin.kleindl@ooeg.at
Bildtext 1: Spannender fachlicher Austausch am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr mit einer Delegation aus Australien zum Thema CMV-Screening bei Neugeborenen.
Bildtext 2: Univ.-Prof.in Prim.a Dr.in Gabriele Baumann, MSc, MBA.