VÖCKLABRUCK. Wenn beim Lesen die Schrift unscharf wird und die Zeitung oder das Smartphone immer weiter weggehalten werden muss, um die Nachrichten entziffern zu können, ist das meist ein Zeichen einer beginnenden Alterssichtigkeit. Fertiglesebrillen aus dem Supermarkt sind dann für viele Menschen eine unkomplizierte und preisgünstige Hilfe. Sie sind jedoch nicht für alle geeignet, weil individuelle Unterschiede unberücksichtigt bleiben. Auch von einer dauerhaften Nutzung sollte abgesehen werden.
Etwa ab dem 40. Lebensjahr verlieren die Augenlinsen an Elastizität. Die Folge ist meist eine sogenannte Presbyopie (Alterssichtigkeit), die dazu führt, dass nahe Gegenstände zunehmend unscharf wahrgenommen werden. Fertiglesebrillen bieten in vielen Fällen schnelle Abhilfe, sind aber als standardisiertes Produkt nicht immer passend.
„Eine Lesebrille kann bei Alterssichtigkeit rasch helfen. Doch bevor man zu einer Fertigbrille greift, sollte man bedenken, dass jede Sehsituation individuell ist und unterschiedliche Anforderungen bestehen. Bei einer Verschlechterung des Sehvermögens sollte deshalb auf jeden Fall eine augenärztliche Untersuchung zur Abklärung durchgeführt werden“, rät Prim.a Dr.in Tina Astecker, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck.
Wann Fertiglesebrillen sinnvoll sein können
In bestimmten Situationen können Lesebrillen aus dem Supermarkt durchaus eine praktische Unterstützung darstellen. Das gilt insbesondere dann, wenn beide Augen eine ähnliche Sehschärfe bzw. -schwäche aufweisen, keine Hornhautverkrümmung vorliegt, keine bekannten Augenerkrankungen bestehen und die Brille nur gelegentlich oder kurzfristig genutzt wird. Die Produkte aus dem Wühlkisterl eignen sich daher nur als Zweitbrille oder für kurze Anwendungen, etwa für das Lesen von Etiketten oder Speisekarten.
Risiken bei dauerhafter Nutzung ohne Untersuchung
Problematisch wird es, wenn Fertiglesebrillen ohne vorherige augenärztliche Abklärung dauerhaft verwendet werden.
„Fertiglesebrillen können eine Fehlsichtigkeit zwar nicht verschlimmern, aber individuelle Sehfehler oder unterschiedliche Dioptrienwerte der beiden Augen bleiben unberücksichtigt, was zu Beschwerden wie Kopfschmerzen oder zu einer raschen Ermüdung der Augen führen kann. Die Gefahr, dass ernsthafte Augenerkrankungen wie der Grüne Star (Glaukom) oder die immer häufiger auftretende Makuladegeneration (Schädigung der Netzhaut) unentdeckt oder zu spät diagnostiziert werden, ist groß“, warnt Prim.a Dr.in Tina Astecker vor möglichen Folgen.
Falls eine Sehhilfe nötig wird, empfiehlt die Expertin deshalb eine fachärztliche Augenuntersuchung. „Diese Untersuchung geht weit über die Bestimmung der passenden Dioptrien hinaus. Sie berücksichtigt auch mögliche Unterschiede zwischen beiden Augen, Hornhautverkrümmungen, den Augeninnendruck, die Gesundheit der Netzhaut sowie frühe Anzeichen von Augenerkrankungen“.
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Bildtext: Prim.a Dr.in Tina Astecker, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Salzkammergut Klinikum warnt davor, dauerhaft und ohne ärztliche Untersuchung auf „Fertiglesebrillen“ zurückzugreifen
Fotocredit: OÖG, honorarfrei
Kurzfassung
Etwa ab dem 40. Lebensjahr verlieren die Augenlinsen an Elastizität. Die Folge ist meist eine sogenannte Presbyopie (Alterssichtigkeit). Fertiglesebrillen aus dem Supermarkt bieten bei Alterssichtigkeit eine rasche, einfache und günstige Lösung, sind jedoch nicht für alle Menschen und vor allem nicht als Dauerlösung geeignet. Prim.a Dr.in Tina Astecker, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, empfiehlt deshalb bei einer Verschlechterung des Sehvermögens auf jeden Fall eine augenärztliche Untersuchung: „Diese Untersuchung geht weit über die Bestimmung der passenden Dioptrien hinaus. Sie berücksichtigt auch mögliche Unterschiede zwischen beiden Augen, eine mögliche Hornhautverkrümmungen, den Augeninnendruck, die Gesundheit der Netzhaut sowie frühe Anzeichen von Augenerkrankungen. Die Lesebrille aus dem Wühlkisterl eignet sich als Zweitbrille oder für kurze Anwendungen, etwa für das Lesen von Etiketten oder Speisekarten. Eine maßgefertigte optische Brille kann sie aber nicht ersetzen.
Rückfragen bitte an:
Michaela Drinovac-Roithmayr
Stv. Konzernpressesprecherin
Tel.: 05 055460-20440
E-Mail: michaela.drinovac-roithmayr@ooeg.at
Prim.a Dr.in Tina Astecker, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Salzkammergut Klinikum warnt davor, dauerhaft und ohne ärztliche Untersuchung auf „Fertiglesebrillen“ zurückzugreifen