BAD ISCHL. Mit Eva Ellmauer verstärkt eine neue Schauspielpatientin das Simulationstraining an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Bad Ischl. Für die Ausbildung bedeutet das einen weiteren Schritt hin zu noch mehr Praxis: In geschützten Übungsstationen erleben Auszubildende anspruchsvolle Pflegeszenarien – realitätsnah, standardisiert und mit Raum für Fehler.
Eva Ellmauer kam über einen Zufall zu dieser Aufgabe: „Meine Schwägerin arbeitet an der Schule, und als SchauspielpatientInnen gesucht wurden, hat sie sofort an mich gedacht.“ Danach absolvierte Ellmauer ein gezieltes Training und tauchte rasch in ihre Aufgabe ein. Ihr Fazit: Die Arbeit mit den Auszubildenden sei intensiv und lehrreich – für beide Seiten. Besonders beeindruckt zeigt sie sich von der Professionalität der angehenden Pflegekräfte und davon, wie ernsthaft sie auf individuelle Bedürfnisse eingehen. „Es ist so wertvoll, dass Auszubildende realitätsnah dargestellte PatientInnensituationen mit ‚echten‘ Menschen üben dürfen. Dieser geschützte Rahmen ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln und aus Lernmomenten nachhaltig zu profitieren.“
Seit mehr als drei Jahren setzt die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) auf Simulationstrainings mit sogenannten SchauspielpatientInnen. Auf Basis vorbereiteter Drehbücher inklusive Diagnose, Hintergrund und aktueller Situation, entstehen realistische Pflegesituationen. „So stellen wir sicher, dass jede und jeder Auszubildende dieselbe Situation erlebt“, sagt Doris Schlömmer, BSc, MA, MMSc, Pflegepädagogin und Simulationstrainerin.
Diese Methode fordert nicht nur fachliches Wissen, sondern vor allem soziale Kompetenzen. Nach einer „Dienstübergabe“ treten die Auszubildenden in Interaktion mit den Darstellenden, ähnlich wie im echten Berufsalltag. Dabei stehen Kommunikation, Empathie und Beziehungsaufbau im Mittelpunkt.
Aktuell unterstützen sechs SchauspielpatientInnen aus der Region das Simulationstraining in Bad Ischl. Ihre Authentizität – von Sprache bis Auftreten – macht die Szenarien besonders wirkungsvoll. So können auch anspruchsvolle Situationen, etwa im Umgang mit Angst, Schmerz oder Desorientierung, realitätsnah geübt werden. „Wir haben zum Beispiel auch einen 82-jährigen Schauspielpatienten, der die Rolle einer Person mit demenzieller Veränderung Inne hat und die damit einhergehende Verwirrung sehr authentisch spielt“, erklärt Schlömmer begeistert.Ein zentrales Element ist das anschließende Debriefing: In strukturierten Nachbesprechungen erhalten die Auszubildenden Feedback aus unterschiedlichen Perspektiven – auch direkt von den SchauspielpatientInnen selbst. Diese unmittelbare Rückmeldung stärkt die Reflexionsfähigkeit und fördert eine konstruktive Fehlerkultur.
„Für uns Auszubildende ist das sehr wertvoll und sehr hilfreich“, sagt Stefanie Reiter, angehende Pflegefachassistentin. „Man hört sofort, was gut war und was man verbessern kann. So ein direktes Feedback bekommt man im Praktikum selten.“ Ihre Kollegin Marina Stocker, ebenfalls PFA-Auszubildende, ergänzt: „Man erfährt Dinge, die einem selbst gar nicht auffallen. Danach geht man gestärkt raus. Mit mehr Sicherheit und einem besseren Blick für das Wesentliche.“
Das Simulationstraining mit SchauspielpatientInnen ist damit weit mehr als eine moderne Unterrichtsmethode: Es steht für einen Wandel in der Pflegeausbildung. Ziel ist es, Auszubildende bestmöglich, in einem geschützten Raum auf die Praxis vorzubereiten – fachlich wie menschlich. Bereits heute finden in Bad Ischl rund drei Viertel der Simulationstrainings mit SchauspielpatientInnen statt, künftig soll dieses Format noch weiter ausgebaut werden.
Bildtexte:
Bildtext 1: Die Schauspielpatientin Eva Ellmauer, Auszubildende Stefanie Reiter, Auszubildende Marina Stocker und Pflegepädagogin Doris Schlömmer, BSc, MA, MMSc (v.l.n.r) im Simulationsraum der GuKPS Bad Ischl
Bildtext 2: Im Simulationstraining mit SchauspielpatientInnen werden realistische Szenarien im Trainingsraum geübt
Bildtext 3: Nach dem Szenario folgt das „Debriefing“, in dem alle über ihre Erfahrungen und Eindrücke sprechen und offen Feedback geben
Fotocredit: OÖG, honorarfrei
Kurzfassung:
Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Bad Ischl setzt verstärkt auf realitätsnahes Simulationstraining und hat mit Eva Ellmauer eine neue Schauspielpatientin gewonnen. Ellmauer absolvierte ein gezieltes Training und unterstützt nun die Auszubildenden in anspruchsvollen Pflegeszenarien.
Seit über drei Jahren nutzt die OÖG standardisierte Simulationstrainings, die auf detaillierten Drehbüchern basieren. Dadurch erleben alle Auszubildenden identische Situationen in einem geschützten Raum – ein wichtiger Schritt für Vergleichbarkeit und Qualität. Im Mittelpunkt stehen Kommunikation, Empathie und der professionelle Umgang mit komplexen Situationen wie Schmerz, Angst oder Desorientierung. Aktuell wirken in Bad Ischl sechs SchauspielpatientInnen aus der Region.
Ein zentrales Element ist das strukturierte Debriefing, bei dem die Auszubildenden Rückmeldungen aus mehreren Perspektiven erhalten – auch direkt von den SchauspielpatientInnen selbst. Das stärkt die Reflexionsfähigkeit und fördert eine konstruktive Fehlerkultur. Die Auszubildenden berichten von mehr Sicherheit, Klarheit und einem besseren Blick für das Wesentliche. Das Format bereitet angehende Pflegekräfte fachlich wie menschlich optimal auf die Praxis vor. In Bad Ischl finden bereits rund drei Viertel aller Simulationen mit SchauspielpatientInnen statt – künftig soll dieses Format noch weiter ausgebaut werden.
Rückfragen bitte an:
Beate Bammer, BA
Ausbildungsmarketing der Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege am Salzkammergut Klinikum
Tel.: 05 055473-21811, Mobil: 0664/ 82 94 777
E-Mail: beate.bammer@ooeg.at
Die Schauspielpatientin Eva Ellmauer, Auszubildende Stefanie Reiter, Auszubildende Marina Stocker und Pflegepädagogin Doris Schlömmer, BSc, MA, MMSc (v.l.n.r) im Simulationsraum der GuKPS Bad Ischl
Im Simulationstraining mit SchauspielpatientInnen werden realistische Szenarien im Trainingsraum geübt
Nach dem Szenario folgt das „Debriefing“, in dem alle über ihre Erfahrungen und Eindrücke sprechen und offen Feedback geben