Die Schilddrüse steuert zentrale Stoffwechselprozesse im Körper – und doch werden ihre Erkrankungen oft erst spät erkannt. Anlässlich des Internationalen Tages der Schilddrüse am 25. Mai macht das Klinikum Schärding auf typische Symptome sowie auf moderne und sichere Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam.
Eine lange Geschichte der Schilddrüse
Dass Erkrankungen der Schilddrüse den Menschen schon seit Jahrtausenden beschäftigen, zeigt ein Blick in die Medizingeschichte: Bereits um 1500 v. Chr. wurde in altägyptischen Schriften die Verwendung von sogenanntem „unterägyptischem Salz“ zur Behandlung von Kropfbildung erwähnt – ein früher Hinweis auf die Behandlungsnotwendigkeit von Schilddrüsenerkrankungen.
Die erste dokumentierte Schilddrüsenoperation erfolgte dann im Jahr 1791 durch den französischen Chirurgen Pierre Joseph Desault. Seitdem haben sich Diagnose und Therapie enorm weiterentwickelt bis hin zu den hochspezialisierten, risikoarmen Operationstechniken von heute.
Häufige Erkrankung mit oft unspezifischen Symptomen
Heute weiß man, dass etwa ein Drittel der österreichischen Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Schilddrüsenerkrankung leidet. Auch im Bezirk Schärding mit rund 58.500 Einwohnerinnen und Einwohnern betrifft das Thema viele Menschen.
Die Beschwerden sind dabei oft unspezifisch: Anhaltende Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtsschwankungen, Nervosität oder Herzklopfen können Hinweise auf eine Fehlfunktion sein. Besonders im Frühling fällt es schwer, Symptome eindeutig einzuordnen.
Wer also glaubt, frühjahrsmüde zu sein, könnte auch an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden und sollte sich für eine Blutuntersuchung an seine Hausärztin oder seinen Hausarzt wenden. Je nach Ergebnis wird gegebenenfalls eine weiterführende Abklärung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Nuklearmedizin oder Endokrinologie empfohlen. „Schilddrüsenerkrankungen äußern sich häufig schleichend und werden daher nicht immer sofort erkannt. Umso wichtiger ist es, bei anhaltenden Beschwerden aufmerksam zu sein und frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen“, betont Prim. Dr. Dominik Hackl, Leiter der Chirurgie am Klinikum Schärding.
Moderne Schilddrüsenchirurgie im Klinikum Schärding
Das Klinikum Schärding bietet Patientinnen und Patienten eine umfassende chirurgische Versorgung bei Schilddrüsenerkrankungen. Im Jahr 2025 wurden hier 44 Schilddrüsenoperationen durchgeführt, davon sieben aufgrund bösartiger Erkrankungen. „Dank standardisierter Abläufe, moderner Operationstechniken und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit können wir Schilddrüseneingriffe heute sehr sicher durchführen“, so Prim. Dr. Hackl. „Unser Ziel ist es, unseren Patientinnen und Patienten eine hochwertige Behandlung auf medizinischem Top-Niveau direkt in der Region zu bieten.“
Der Tag der Schilddrüse soll dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses oft unterschätzte Organ zu stärken und Betroffene zu ermutigen, Beschwerden ernst zu nehmen und rechtzeitig abklären zu lassen.

