Der Frühling bringt Licht, Wärme und neue Energie – doch nicht für jeden bedeutet die helle Jahreszeit automatisch Aufschwung. Während viele Menschen aufatmen, erleben andere gerade jetzt eine Phase der Müdigkeit, inneren Unruhe oder Überforderung.
Der Frühling ist da! Viele Menschen haben ihn herbeigesehnt und verspüren nach dem langen Winter Erleichterung und neue Energie. Die Tage werden länger, die Temperaturen milder und die Natur erwacht. Unser Körper schüttet wieder mehr Serotonin aus, „Glückshormone“, was erheblich zu unserem Wohlbefinden beitragen kann. Und dennoch bringt der Frühling auch Herausforderungen mit sich – psychisch wie körperlich.
„Der Frühling gilt oft als Jahreszeit des Aufbruchs. Viele Menschen erwarten von sich selbst, jetzt automatisch leistungsfähiger, fröhlicher und aktiver zu sein. Wenn diese innere Erwartung nicht mit der eigenen Stimmung übereinstimmt, kann das zu Druck und Verunsicherung führen“, erklärt OÄ Michaela Heckmann, Leiterin der Tagesbehandlung für psychische Gesundheit am Klinikum Schärding.
Die längeren Tage und die damit einhergehenden hormonellen Umstellungsprozesse im Körper können zu Antriebslosigkeit oder Schlafproblemen führen. Gleichzeitig steigt in dieser Jahreszeit aber auch der gesellschaftliche Druck, „gut drauf“ zu sein. Für Menschen, die psychisch belastet sind oder mit Depressionen kämpfen, ist dies oft eine doppelte Herausforderung. Ihnen macht oft gerade das zu schaffen, was anderen Menschen im Winter fehlt – etwa das helle Sonnenlicht und die warmen Temperaturen.
„Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder den Frühling automatisch als ‚Balsam für die Seele‘ erlebt“, betont OÄ Michaela Heckmann. „Viele fühlen sich gerade jetzt besonders verletzlich. Gefühle wie übermäßige Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Überforderung sind ernst zu nehmen – und sie sind nichts, wofür man sich schämen muss.“
Hilfe annehmen ist ein Zeichen von Stärke
Wer von psychischen Belastungen betroffen ist, der soll und darf sich zu jeder Jahreszeit Unterstützung holen. Am Klinikum Schärding stehen professionelle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bereit, um Menschen in schwierigen Lebensphasen zu begleiten.
„Bitte bleiben Sie nicht allein mit Ihren Sorgen. Wenn Sie merken, dass Sie belastet sind oder die alltäglichen Anforderungen schwerer werden, suchen Sie sich Hilfe. Wir sind für Sie da“, so Heckmann.
Kontakt für Betroffene:
Klinikum Schärding, Tagesbehandlung für psychische Gesundheit
Tel.: 05 055478-29001
E-Mail: tagesklinikpsy.sd@ooeg.at

