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3. OÖ Ethiktag im Salzkammergut zum Thema „Übertherapie in Medizin und Pflege“

  1. Salzkammergut Klinikum
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Salzkammergut Klinikum / 03.03.2026  
Gruppenfoto mit Stadttheater Gmunden im Hintergrund
Die Referenten des 3. OÖ Ethiktags im Stadttheater Gmunden: v.l.: Univ.-Prof. Dr. Kurt Lenz (Landesverband Hospiz), Prim. Univ.-Prof. Dr. Andreas Valentin, MBA (Klinik Donaustadt Wien), Dr. Helmut Mittendorfer, MSc, PM.ME. (OÖ Gesundheitsholding, Salzkammergut Klinikum), Dr.in Marie-Madlen Jeitziner, PhD, RN (Inselspital Bern), DGKP Markus Wohlmannstetter, MSc (KAV Wien), Dr. Tilman Königswieser, MPH (OÖ Gesundheitsholding, Salzkammergut Klinikum)

Das Salzkammergut Klinikum war Gastgeber des 3. OÖ Ethiktags am 27. Februar 2026 im Stadttheater Gmunden. Unter dem diesjährigen Motto „Gut gemeint – schlecht gemacht? Übertherapie in Medizin und Pflege“ befassten sich rund 300 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Gesundheitsberufen auf der berufs- und trägerübergreifenden Fachtagung mit drängenden ethischen Fragestellungen im Gesundheitswesen.

Der 3. OÖ-Ethiktag unter dem Titel „Gut gemeint – schlecht gemacht? Übertherapie in Medizin und Pflege“, war dem ethischen Prinzip des „Nicht-Schadens und der Übertherapie“ gewidmet, einem Thema von höchster Aktualität und Relevanz für alle, die Verantwortung für das Wohlergehen anderer tragen.

 „Die moderne Medizin ist sehr leistungsfähig. Jedoch steht eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, was leider auch zu einem Zuviel an Behandlungen führen kann. Übertherapie betrifft viele – vor allem dort, wo viel untersucht wird, viel möglich ist, aber auch viel erwartet wird“, erläutert Dr. Helmut Mittendorfer vom Klinischen Ethikkomitee aus dem Salzkammergut Klinikum, die Themenwahl für den 3. OÖ Ethiktag.

Die medizinische Maxime „primum non nocere“ – „zuerst nicht schaden“ – mag auf den ersten Blick simpel und für jedermann und jederfrau ganz selbstverständlich klingen. Doch in einer Zeit, in der Technik, Diagnostik und Therapien, aber auch Erwartungen an die Medizin ständig zunehmen, wird dieser Grundsatz für alle, die im Gesundheitsbereich tätig sind, zur täglichen Herausforderung.

„Wichtig ist, sich zu fragen, ob die Behandlung nach derzeitigem Wissensstand wirklich nützt, welche Belastungen sie mit sich bringt und ob sie zum eigenen Leben passt. Dafür sind Ethische Prinzipien wie Selbstbestimmung, Fürsorge, Nicht-Schaden und Gerechtigkeit hilfreich“, so Dr. Mittendorfer weiter.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Mitgliedern der Klinischen Ethikkomitees der Oberösterreichischen Gesundheitsholding, des Ordensklinikum Linz, des Konventspitals Barmherzige Brüder Linz und des Landesverbands Hospiz OÖ in Kooperation mit der Medizinischen Fortbildungsakademie OÖ sowie der Medizinischen Gesellschaft Oberösterreich.

Fachvorträge aus unterschiedlichen Perspektiven

In verschiedenen Fachvorträgen haben die ReferentInnen unterschiedliche Perspektiven zum Thema Übertherapie beleuchtet. Neben der Übertherapie in der Intensivmedizin oder im Zusammenhang mit Angehörigen der PatientInnen waren auch forensische Ansichten Thema. Neuigkeiten aus der Ethikszene in Oberösterreich sowie praktische Beispiele aus dem klinischen Alltag rundeten das Angebot ab. Für eine Auflockerung vor der Mittagspause sorgte eine Lesung des Dramaturgen, Regisseurs und Autors Hermann Beil aus frühen journalistischen Texten, Gerichtssaalberichten und Leserbriefen des berühmten Schriftstellers Thomas Bernhard. Dieser erwarb 1965 in Obernathal bei Ohlsdorf einen Bauernhof der ihm als Rückzugsort und Arbeitsraum diente. Seine letzte Wohnung befand sich in Gmunden, wo er am 12. Februar 1989 starb.

Der 4. OÖ Ethiktag findet am 26.2.2027, organisiert vom Kepler Uniklinikum, in Linz statt. 

Weiterführende Informationen

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